Angst, Mut und Würde

Trauma ist immer direkt gekoppelt mit Angst, ja wir können sogar sagen, dass Angst die Wurzel von Traumata ist. Das reduziert unsere Fähigkeit, uns selber auf eine kohärente und würdevolle Art zu erfahren. Angst regiert dann unser Leben. Wir haben Angst zu sterben, krank zu werden, Fehler zu machen – und vor allem: unser volles Potenzial zu leben. Angst und Immobilität sind dann die dominierenden Kräfte, Mut und Würde haben ihren Platz verloren – in diesem Seminar fokussiert Peter A. Levine darauf, wie wir diese tragenden Werte für unser Zufrieden-Sein wieder finden und fest installieren können.

Wenn Menschen ihre Traumas anschauen und verändern wollen, müssen sie im Kern lernen, sich der direkt damit verbundenen Angst zu stellen und die darin gebundene Energie zu verwandeln. Um unsere Würde als zentralen Wert von MenschSein wieder zu erlangen, müssen wir lernen, unserer Angst bewusst zu begegnen. Wir konfrontieren unsere Angst über den Aufbau von Mut. Die Entwicklung von und Identifikation mit Mut ist in diesem Sinne wie ein Gegenmittel gegen diesen schrecklichen Zustand des ständigen von der Angst dominiert Seins. In seinem Bestseller „The Big Five for Life“ spricht der Erfolgsautor John Strelecky vom Erfahrungsgedächtnis des Menschen als einem individuellen Museum, in dem alles Erlebte und Gesammelte deponiert ist. Aus dieser Perspektive haben stark traumatisierte Menschen eine riesige Abteilung mit Angst und angstbasierten Erfahrungen in ihrem eigenen Museum, hingegen stehen die Räume mit Erinnerungen an den eigenen Mut und die eigene Würde leer. Es ist möglich, dass das innere Museum von betroffenen Menschen mit Angst- und Immobilität-Dominanz neu gestaltet und Gefühls und empfindungsmäßig umgebaut werden kann. Wir können lernen, wie sie sich und andere hin bis zum überzeugten Statement „Mut tut gut“ führen können. Mehr Würde und weniger Bürde ist der breitflächige Effekt auch für traumatisierte Personen, die diesen Weg des Wandels gehen können. Gelingt diese Transformation, beginnt für die Betroffenen ein neues Leben – in dem sie sich mutig und würdevoll bewegen. Die Angst kann dann weiterhin auftreten, aber nicht mehr in chronischer Form und gekoppelt an dieses Ausgeliefert-Sein an die Immobilität. Angst ist, wenn sie biologisch nutzvoll sein soll, ein wertvoller Ratgeber für heikle Situation, in denen der Mensch viel Fokus, Konzentration und Kraft braucht.

Das innere Museum der Angst kann gezielt umgebaut werden.

Dr. Peter A. Levine
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