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Scham und Stolz

Scham ist ähnlich wie ein Krebs – sie metastasiert und breitet sich aus

Die Scham ist eine der heimtückischsten und ätzendsten Emotionen, die Menschen erfahren können. Sie ist ein äusserst komplexes Phänomen, das sich körperlich, psychisch und bezüglich Selbstwert auf bedrohliche Art und Weise zeigt. In der Regel ist von der Scham die ganze Persönlichkeit betroffen. Stolz steht für eine grosse innere Zufriedenheit mit sich selbst und/oder anderen. Der Stolz ist meist gepaart mit viel Freude, die der Gewissheit entspringt, etwas Besonderes geleistet zu haben. Scham und Stolz sind in dem Sinn Gegenkräfte menschlicher Erfahrung. In diesem Seminar zeigt der Begründer von SOMATIC EXPERIENCING (SE) auf, wie Menschen bewusst und gezielt die Reise aus der Welt der Scham in jene von Stolz und Triumph antreten und durchziehen können. Auf eine Art ist die Scham in ihrer Dynamik ähnlich wie ein Krebs:

Zuerst ist da so was wie ein Tumor, der häufig über eine intensive Schelte durch Autoritätspersonen wie Eltern, Lehrer(in), Trainer(in) oder durch Blossstellungen von Gleichaltrigen entstanden ist. Damit einher geht immer ein Bruch in einer zuvor bestehenden Verbindung und ein Verlust von Vertrauen und Sicherheit. Diese Scham metastasiert dann und breitet sich aus – bis sie den ganzen Organismus beeinflusst. Der Körper kollabiert häufig, die Psyche wird beschmutzt und der grundlegende Sinn für Wohlbefinden wird ausgehöhlt. Wie wir uns aus dieser meist mit Hilflosigkeit gekoppelten Situation lösen können, ist in diesem Kurs zentral. Scham ist charakterisiert durch eine sehr spezifische Form von Körperhaltung und einem auffälligen autonomen Muster.

Dieses Muster ist jenem typischen Traumamuster sehr ähnlich, das wir aus der klassischen Traumabegleitung gut kennen – es zeigen sich Momente von (oft kontrollierter) Übererregung, fehlender Aktivierung und einem völligen Herunterfahren (Shut-down). Die Fähigkeit, den Körper einer Person zu lesen, gibt uns hier oft sehr schnell Informationen, ob eine tief verwurzelte Ebene von Scham im Spiel ist.Die gegenteilige Körpererfahrung zu jener von Scham ist die direkte Erfahrung der somatisch/autonomen Haltung von Triumph und Stolz. Es ist physiologisch unmöglich, Scham zu erfahren, wenn jemand einen stark verwurzelten und verkörperten Sinn von Stolz in sich trägt. Stolz hat auch viel mit Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Freude am Leben zu tun. Synonyme für Stolz sind weiter auch Ehre, Ehrgefühl oder Selbstachtung. Sie alle sind nicht mit der Scham vereinbar. Wenn wir uns dieser dynamischen Beziehung bewusst sind und sie innerhalb einer therapeutischen Allianz auch einsetzen, dann können wir Scham in eine Kernerfahrung von Stolz, Würde, Mitgefühl und Selbstwert umleiten.

Stolz hat auch viel mit Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Freude am Leben zu tun.

Dieser integrative Prozess ist essenziell für die Förderung einer allumfassenden Gesundheit und einem daraus entstehenden grossflächigen Wohlbefinden. Die Begleitung von Menschen mit starker Scham verlangt nach Fähigkeiten, die bei einer entsprechenden klaren Ausrichtung gut erlernbar sind und zu den Kern-Werkzeugen von SE gehören: Körperlesen, Physiologie beobachten und verstehen, sowie ein klares Verständnis über wesentliche zwischenmenschliche Dynamiken.

Diese Fertigkeiten werden in diesem Kurs weiter spezifiziert und ausgedehnt. Die Teilnehmenden werden genügend Gelegenheit bekommen, wie sie Klientinnen oder Klienten effizient und klar begleiten können auf der Reise von der Scham hin zu Triumph, Stolz und persönlicher Meisterschaft. Dabei wird auch auf einen erlebbaren, erneuerten Sinn für Würde und ein “SichSelbst-Sein dürfen” hingearbeitet. Die Reise vom Zustand der Scham in jenen von Stolz ist eine Gipfel-Erfahrung und muss entsprechend begleitet werden. Genau das zu lernen, steht im Zentrum dieses Seminars .

Dr. Peter A. Levine

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