Im Zentrum des Nadelöhrs Teil 2

Jedes Trauma beinhaltet eine Begegnung mit grosser Bedrohung – und als Folge davon auch eine Art Begegnung mit dem Tod. Es gibt zudem Menschen, die selber Todeszustände erlebt haben und danach wieder ins Leben zurückgeholt wurden. Einige der tiefsten und oft scheinbar kaum auflösbaren Traumasymptome betreffen Personen, die in solchen aussergewöhnlichen Bewusstseinszuständen wie steckengeblieben sind. Die gleiche Nahtoderfahrung trägt in sich aber auch das Potenzial für eine tiefe, dauerhafte und positive Transformation – sowohl auf persönlicher wie auch auf spiritueller Ebene.

Die Fähigkeit, mit solchen Bewusstseinzuständen in der Therapie zu arbeiten, kann für eine effektive Form von Trauma-Auflösung entscheidend sein. Um problematische Fixierungen im Zusammenhang mit nicht aufgelösten Todeserfahrungen einerseits überhaupt erst aufzuspüren und dann zu befreien, braucht es spezifische Techniken und hoch verfeinerte Wahrnehmungsfähigkeiten, die auf einer immer subtileren Ebene entwickelt und dann angewendet werden. Dieses hohe Niveau von Expertise ist entscheidend für das Auflösen von schwierigen Symptomen – wie auch für den langsamen, aber stetigen Aufbau einer authentischen spirituellen Entwicklung, die bei schweren Traumata oft beobachtet werden kann.

Dr. Peter A. Levine

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